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 Betreff des Beitrags: Wolfgang Borchert
BeitragVerfasst: 12. Februar 2012, 23:17 
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Sein Name ist schon in einem anderen Thread gefallen, aber der Übersicht zuliebe, möchte ich hier einen Thread über diesen fabelhaften jungen Mann erstellen, der die Welt leider viel zu früh verlassen hat.

wikipedia.de hat geschrieben:
Wolfgang Borchert (* 20. Mai 1921 in Hamburg; † 20. November 1947 in Basel) war ein deutscher Schriftsteller. Sein schmales Werk von Kurzgeschichten, Gedichten und einem Theaterstück machte Borchert nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der bekanntesten Autoren der so genannten Trümmerliteratur. Mit seinem Heimkehrerdrama Draußen vor der Tür konnten sich in der Nachkriegszeit weite Teile des deutschen Publikums identifizieren. Kurzgeschichten wie Das Brot, An diesem Dienstag oder Nachts schlafen die Ratten doch wurden als musterhafte Beispiele ihrer Gattung häufige Schullektüre. Der Vortrag der pazifistischen Mahnung Dann gibt es nur eins! begleitete viele Friedenskundgebungen.

Wolfgang Borchert schrieb schon in seiner Jugend zahlreiche Gedichte, dennoch strebte er lange den Beruf eines Schauspielers an. Nach einer Schauspielausbildung und wenigen Monaten in einem Tourneetheater wurde Borchert 1941 zum Kriegsdienst in die Wehrmacht eingezogen und musste am Angriff auf die Sowjetunion teilnehmen. An der Front zog er sich schwere Verwundungen und Infektionen zu. Mehrfach wurde er wegen Kritik am Regime des Nationalsozialismus und sogenannter Wehrkraftzersetzung verurteilt und inhaftiert.

Auch in der Nachkriegszeit litt Borchert stark unter den im Krieg zugezogenen Erkrankungen und einer Leberschädigung. Nach kurzen Versuchen, erneut als Schauspieler und Kabarettist aktiv zu werden, blieb er ans Krankenbett gefesselt. Dort entstanden zwischen Januar 1946 und September 1947 zahlreiche Kurzgeschichten und innerhalb eines Zeitraums von acht Tagen das Drama Draußen vor der Tür. Während eines Kuraufenthalts in der Schweiz starb er mit 26 Jahren an den Folgen seiner Lebererkrankung. Bereits zu Lebzeiten war Borchert durch die Radioausstrahlung seines Heimkehrerdramas im Januar 1947 bekannt geworden, doch sein Publikumserfolg setzte vor allem postum ein, beginnend mit der Theateruraufführung von Draußen vor der Tür am 21. November 1947, einen Tag nach seinem Tod.


Dieser Mann war meiner Meinung nach einer der eindrücklichsten Schriftsteller überhaupt. Zu seinem Schreibstil verrät uns wikipedia u.a. Folgendes:
Zitat:
Borcherts Stil ist geprägt durch kurze, abgehackte Sätze, einem Stakkato, das durch Ellipsen, Parataxen, eigenwillige Interpunktion und die Verwendung von Konjunktionen und Adjektiven als Satzbeginn entsteht. Beispielhaft eine Textstelle aus Stimmen sind da in der Luft – in der Nacht: „In der Bahn aber saßen sie, warm, atmend, erregt. Fünf oder sechs saßen da, Menschen, verloren, einsam im Novembernachmittag. Aber dem Nebel entronnen. Saßen unter tröstlichen trüben Lämpchen. Leer war es in der Bahn. Nur fünf waren da, ganz vereinzelt, und atmeten.“[83] Die schnelle Abfolge der Sätze soll oft die Erregung der Figuren zum Ausdruck bringen oder Spannung erzeugen. Die Wiederholung von Satzgliedern unterstreicht die Dringlichkeit des Gesprochenen.


Borcherts Schreibstil ist eine Inspiration für mich - dieser Mann insgesamt ist inspirierend. In ACHT Tagen hat er ein Theaterstück geschrieben, das inzwischen eines der wichtigsten Werke der Nachkriegsliteratur geworden ist. Überhaupt in seinem kranken Zustand so viele Werke zu vollenden.. ich respektiere ihn sehr dafür.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wolfgang Borchert
BeitragVerfasst: 13. Februar 2012, 15:52 
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Boa, dass ist echt schlimm, dasser erst den Erfolg nach seinen Tod nicht mehr mit bekommen kann. q_q Das will ja jeder Schriftsteller und Schauspieler, dass ist dann schon traurig, ehrlich ...
Was sein talent angeht habe ich momentan nichts im Kopf doch die kurzen Zitate zeigen, dass er
sehr begabt und kreativ mit den Wörtern umgehen kann, was vielen schwer fällt(mich vllt einbezogen xD).

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 Betreff des Beitrags: Re: Wolfgang Borchert
BeitragVerfasst: 13. Februar 2012, 20:28 
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Ja, es ist wirklich traurig, dass er gerade einen tag vor der Uraufführung die Welt verlassen musste.

Allerdings. Sein Umgang mit den Worten ist wirklich faszinierend. Sein Stück "Draussen vor der Tür" und ein anderer Text, dessen Titel ich vergessen habe, sind bisher leider die einzigen Werke, die ich von ihm gelesen habe. Aber sein Gesamtwerk steht bei mir im Regal, also werde ich den Rest auch mit der Zeit lesen. Was ich bisher gelesen habe, haut mich jedenfalls aus den Socken. Ich liebe seinen Schreibstil. Er bringt es genau auf den Punkt, die Gedanken und Gefühle, die Verwirrung der Menschen, Borchert macht alles fast schon greifbar.

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